#41 Bayerns Tourismus – Zwischen Algorithmus und Alm

Shownotes

Bayern ist Tourismusland Nummer eins in Deutschland. Aber wie verändern Klimawandel, künstliche Intelligenz und Fachkräftemangel den Tourismus in Zukunft? Katharina Muth bespricht mit Prof. Alfred Bauer und Prof. Jürgen Schmude vom Bayerischen Zentrum für Tourismus unterschiedliche Zukunftsszenarien.

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Kapitel & Highlights:

00:00:00 Intro: Zwischen Algorithmus und Alm, Tourismusland Bayern

00:02:08 Persönliche Urlaubsfavoriten der Gäste

00:04:01 Szenarien statt Prognosen: Die Forschung des Bayerischen Zentrums für Tourismus

00:06:47 Überraschende Szenarien und der Einfluss von Corona

00:09:52 Neue Verträglichkeit: Einheimische und Gäste auf Augenhöhe

00:13:02 Wintertourismus: Ganzjahrestourismus und das Beispiel Allgäu

00:17:43 Transformation ohne Patentrezept

00:20:57 Gästetypen: Activity Switcher und Destination Switcher

00:22:54 Gesundheitstourismus: Von der Kur zum Gesundheitsurlaub

00:27:57 Künstliche Intelligenz: Werkzeug oder Ersatz für den Menschen?

00:32:18 Overtourism und Besucherlenkung

00:35:11 Ausblick: Ausgabenbereitschaft, Gen C und Herkunft der Gäste

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00:00:10: ,600 [Katharina Muth] Stellen Sie sich vor, Sie planen Ihren nächsten Bayernurlaub, aber nicht Sie suchen das Hotel aus, sondern ein Algorithmus, der Sie besser kennt als Ihr Reisebüro. Und gleichzeitig fragen Sie oben auf der Alm den Hüttenwirt, ob im Winter 2050 überhaupt noch Schnee liegen wird. Zwischen diesen beiden Bildern spielt unsere heutige Folge und genau deshalb heißt sie „Zwischen Algorithmus und Alm". Der Tourismus ist für Bayern ein echtes Schwergewicht. Einundvierzig Millionen Gästeankünfte, über einhundert Millionen Übernachtungen im Jahr. Damit ist Bayern mit Abstand das Tourismusland Nummer eins. Für die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft ist der Tourismus eine der zentralen Säulen der bayerischen Wirtschaft. Rund fünfhundertfünfzigtausend Beschäftigte, Wertschöpfung, gerade auch im ländlichen Raum, vom Hotel über die Brauerei bis zum Handwerksbetrieb. Alle profitieren davon. Damit das so bleibt, setzt sich die VBW für gute Rahmenbedingungen der Branche ein. Stichwort Fachkräftesicherung, flexiblere Arbeitszeiten, weniger Bürokratie. Denn die Herausforderungen sind gewaltig. Klimawandel, künstliche Intelligenz, verändertes Reiseverhalten, eben Fachkräftemangel. Wie kann Bayern hier zukunftsfähig bleiben? Darüber spreche ich heute mit gleich zwei Gästen und damit hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge „Zukunft made in Bavaria". Mein Name ist Katharina Muth und bei mir sind heute zwei Männer, die den bayerischen Tourismus wissenschaftlich wohl so gut kennen wie kaum jemand sonst. Professor Dr. Alfred Bauer ist Leiter des Bayerischen Zentrums für Tourismus, das an der Hochschule Kempten angesiedelt ist, war dort jahrelang Dekan der Fakultät Tourismus und beschäftigt sich seit über dreißig Jahren mit touristischen Entwicklungskonzepten, zuletzt mit den Themen Overtourism und Tourismusakzeptanz. Herzlich willkommen, Herr Professor Dr. Bauer.

00:01:52: ,600 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Hallo, grüße Sie.

00:01:54: ,040 [Katharina Muth] Und außerdem bei uns ist Professor Dr. Jürgen Schmude, wissenschaftlicher Leiter des Bayerischen Zentrums für Tourismus und Professor für Wirtschaftsgeografie und Tourismusforschung an der LMU in München. Schön, dass Sie da sind.

00:02:07: ,680 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Schönen guten Tag.

00:02:08: ,080 [Katharina Muth] Bevor wir jetzt gemeinsam in die Zukunft schauen, bleiben wir mal ganz kurz in der Gegenwart. Wo machen Sie beide denn am liebsten Urlaub und was darf da auf keinen Fall fehlen?

00:02:19: ,160 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Es gibt kein, es gibt jetzt kein festes Reiseziel, sondern ich glaube, der Reiz liegt eben im Wechsel, muss ich jetzt, äh, meinerseits sagen. Zum Beispiel, ich war letztes Jahr als Hauptreiseurlaub in, äh, in Japan, war allerdings auch auf den Kanaren und dieses Jahr zum Beispiel war ich drei Wochen in Südamerika und als ich zurückgekommen bin, war eine Woche drauf in Berchtesgaden. Sie sehen also, das ist schon Anden, Berchtesgadener Berge. Also es ist schon ein Gegensatz, aber ich glaube, gerade darin liegt der Reiz. Also nicht auf eine Ecke fokussiert, sondern offen für die Welt.

00:02:54: ,360 [Katharina Muth] Mhm. Und Sie, Herr Professor Dr. Schmude?

00:02:58: ,800 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Ja, ich würde das sofort unterschreiben, was Alfred Bauer gesagt hat, wobei ich eine besondere Affinität zu Frankreich habe. Bin also sehr frankophil. Für mich in Europa eines der abwechslungsreichsten Länder, Urlaub zu machen, vom Hochgebirge bis zu den verschiedenen Küsten, aber auch zum Radeln hervorragende Möglichkeiten. Also ich halte mich sehr gerne in Frankreich auf.

00:03:23: ,960 [Katharina Muth] Und welche Ecke fehlt Ihnen beiden noch in Bayern, die Sie noch bereisen möchten?

00:03:29: ,160 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Sie sehen, wir müssen beide sehr lange nachdenken. [Lachen] Also ich muss jetzt ganz ehrlich sagen, mir würde, also mir fällt im Moment wirklich nichts ein in Bayern. Gut, es gibt natürlich einzelne Orte, wo ich zum Beispiel noch nie war, aber wenn Sie jetzt Bayern und die Regierungsbezirke nehmen, dann muss ich sagen, ich glaube, da war ich schon in jedem.

00:03:47: ,020 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Ja, das gilt für mich sicherlich auch, insbesondere beruflich. Vielleicht nicht unbedingt in jeder Ecke Bayern schon mal Urlaub gemacht, aber grundsätzlich glaube ich, dass wir beide einen relativ guten Überblick über das Tourismusland Bayern haben.

00:04:01: ,020 [Katharina Muth] Da bin ich jetzt sehr gespannt auf Ihre Antworten, weil wir uns ja heute auf Bayern konzentrieren wollen und wie auch der Tourismus in Bayern eben in den nächsten Jahren aussehen wird. Das Bayerische Zentrum für Tourismus hat ja nicht eine Prognose erstellt, sondern mehrere Szenarien offengelegt. Können Sie mal ganz kurz beschreiben, was da sozusagen die Forschungsfrage dahinter war und warum Sie das auch in mehrere Szenarien aufgeteilt haben, was Sie da genau untersucht haben?

00:04:28: ,860 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Wir haben uns, und ich glaube, das ist der Vorteil, wir haben uns Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Bereichen des Tourismus in Bayern zusammengeholt, haben uns dann noch einen Profi, der seit Jahren Szenarienentwicklungen weltweit macht, mit der SCMI AG aus Paderborn an die Seite geholt und, ähm, versucht, mit diesen Experten, Experten, die jeweils wechselnd waren – das muss man dazu sagen –, also einmal die Szenarien für Bayern im Jahre 2040, dann Städtetourismus, Gesundheitstourismus und die letzten waren jetzt zum Wintertourismus, zusammenzuentwickeln. Und was wollen wir eigentlich damit machen? Im Endeffekt geht es darum, dass wir ein gemeinsames Verständnis erarbeiten wollen, und zwar Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und zu dem Thema:

00:05:15: ,120 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Wie könnten Zukünfte – also ich sage ganz bewusst Zukünfte, die Mehrzahl –, wie könnten Zukünfte für den bayerischen Tourismus aussehen? Also was wir nicht wollen, ist exakt vorzuschreiben, den Status quo, sondern wirklich frei zu denken, in welche Richtungen könnte es denn gehen? Und da haben wir dann immer unterschiedliche Szenarien erarbeitet. Und was wir mit diesen Szenarien wollen, ist im Endeffekt Denkanstöße geben, damit sich die Akteurinnen und Akteure im bayerischen Tourismus einfach damit auseinandersetzen: Was könnte auf uns zukommen? Wie müssen wir heute eventuell die Weichen stellen, um dann auch zukunftsfähig bleiben zu können?

00:05:51: ,344 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Ja, vielleicht als kurze Ergänzung dazu: Das sind also denkbare Zukünfte, wobei wir nicht den Anspruch haben, dass wir sagen, wir wissen, wie die Zukunft aussieht, sondern weiß ich, wenn wir für Bayern 2040, äh, sieben verschiedene Szenarien entwickelt haben, dann sind das sieben denkbare Zukünfte. Aber vielleicht sieht die Zukunft tatsächlich noch mal anders aus und ist ein achtes Szenario, das sich aus verschiedenen Szenarien, die wir entwickelt haben, zusammensetzt. Ganz wichtig auch, es sind Szenarien für Bayern, aber es ist nicht ein Szenario, das flächendeckend für ganz Bayern gelten soll, sondern jede Destination soll selber nachdenken, unter Berücksichtigung der eigenen Rahmenbedingungen, welches Szenario denn für sie vielleicht das richtige Szenario für die Zukunft ist.

00:06:47: ,084 [Katharina Muth] Hat Sie denn ein Szenario besonders überrascht?

00:06:51: ,044 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Also wenn wir über die Szenarien für den Tourismus in Bayern sprechen, sind da natürlich schon Szenarien dabei, wo ich sage, mir persönlich sind die etwas näher, ja, etwa die neue Verträglichkeit oder alles im Flow. Und es gibt natürlich schon auch Szenarien, wo ich sage, „Oh, das ist aber heftig. Tourismus am Ende, ja, Ausverkauf der Heimat."

00:07:16: ,944 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Das sind Szenarien, die wünsche ich mir eigentlich nicht, aber wie gesagt, wir sind hier nicht bei Wünsch dir was, sondern die Des-Destinationen schauen, welches Szenario für sie passt.

00:07:29: ,984 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Wenn ich da vielleicht noch ergänzen darf. Also ich meine, dieses Tourismus am Ende ist ja auch mit einem Fragezeichen versehen worden und keiner konnte sich das vorstellen. Es war interessant, darüber mal nachzudenken, zu sagen, was könnte denn passieren und, und, und. Und jetzt muss ich dazu sagen, wir haben diese Szenarien für Bayern im Jahr 2040 im Jahre 2019 mit der Gruppe entwickelt

00:07:51: ,684 [Prof. Dr. Alfred Bauer] und Sie wissen, was dann 2020 kam.

00:07:54: ,304 [Katharina Muth] Corona.

00:07:55: ,984 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Corona. Also aus dem Grunde war dieses Fragezeichen noch größer geworden. Also das heißt, Tourismus am Ende, es hat so ausgesehen, als geht jetzt erst mal gar nichts, was dann auch, äh, der Fall war. Aber man muss das Ganze ja wiederum positiv sehen und muss sagen, okay, welche Szenarien? Die beiden übrigens ausverkaufte Heimat nach Tourismus am Ende haben wir auch als Risikoszenarien bezeichnet. Was kann ich denn damit anfangen? Und da muss ich sagen, es ist so viel über Resilienz gesprochen worden in diesen Corona-Jahren. Da hat sich für mich dann die Frage gestellt: Wie gehen wir denn damit um? Ich meine, Resilienz kann einmal, äh, heißen, wir springen zum Ausgangspunkt zurück, müssen die Zahlen von 2019 wieder reichen, was für viele natürlich gerade Unternehmen auch wichtig war, um die Wirtschaftskraft wieder zu haben. Aber viel wichtiger für mich ist dann diese Resilienz, die in Transformation endet. Und das hatten wir gerade, also Jürgen Schmude hat es gesagt, es ist nicht abgesprochen, aber es ist, ich glaube, unser beider Lieblingsszenario, diese neue Verträglichkeit. Können vielleicht nachher auch noch sagen, warum-

00:09:00: ,044 [Katharina Muth] Mhm. Machen wir gleich, ja.

00:09:01: ,224 [Prof. Dr. Alfred Bauer] weil es da neue Ansätze gibt. Und die Bayern Tourismus Marketing hat dann eben auch dieses Konstrukt, diese neue Verträglichkeit, dieses Szenario, genommen und hat es überführt in die Praxis. Also das heißt tatsächlich, so, dass es für die Praxis anwendbar ist. Und das war für uns, glaube ich, ganz, ganz wichtig. Nicht, dass wir nur sagen, wir haben das Szenarien, bewegen uns im Elfenbeinturm, wo wir zwei uns dann wohlfühlen, runtergucken auf die Welt. Nein, äh, über die Bayern Tourismus Marketing ist es umgesetzt worden und ist, glaube ich, da angekommen, wo es ankommen sollte. Und da muss ich sagen, da gibt's, kommen wir vielleicht nachher noch drauf, auch aus den anderen Szenarien Beispiele, die also vom Elfenbeinturm entwickelt wurden, wenn ich das jetzt mal sagen darf, immer mit praktischer Beteiligung, aber dann in die Praxis überführt wurden. Und da muss ich sagen, also da sind wir besonders stolz drauf.

00:09:52: ,744 [Katharina Muth] Aber dann gehen wir doch gleich mal aus diesem Elfenbeinturm raus und gehen eben auf diese neue Verträglichkeit ein. Was war das Szenario und wie wurde es dann in der Praxis konkret umgesetzt?

00:10:02: ,964 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Das Neue an dem Szenario war einfach, dass der Fokus sich gewandelt hat. Das heißt, all die Jahre haben wir darauf geschaut: Was wollen die Gäste? Und seit ein paar Jahren ist es dieser Wechsel. Das wurde im Szenario dann auch thematisiert, dieser Wechsel der Sichtweite. Also nicht mehr nur die touristische Nachfrageseite, sondern auch die Angebotsseite und darüber hinaus die Einheimischen. Also das heißt, wir haben damals die Einheimischen auf die gleiche Ebene gestellt wie die Gäste, weil wir gesagt haben, wenn sich die Einheimischen in ihrer Region wohlfühlen, dann tun das auch die Gäste. Und da muss ich sagen, das war für mich der schönste Ansatzpunkt überhaupt.

00:10:41: ,164 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Vielleicht noch ganz kurz zu ergänzen, ist, dass zu jedem oder bei jedem Szenario auch Risiken und Chancen existieren. Ja, also gerade bei der neuen Verträglichkeit haben wir natürlich schon auch gesehen, dass vielleicht auf der Nachfrageseite so der Wunsch nach Nachhaltigkeit durchaus da ist, aber die gelebte Nachhaltigkeit dann doch zu wünschen übrig lässt, so das, was wir als Neudeutsch so als Attitude Behavior Gap bezeichnen. Also im Kopf will man das schon, ne, aber tatsächlich das dann auch so zu leben, fällt einem schwer. Auf der anderen Seite haben wir eben auch Chancen gesehen für, äh, touristische Akteure, die das glaubhaft umsetzen, sodass bei der Nachfrageseite, wo ja Nachhaltigkeit in Zukunft eine größere Rolle spielt, auch so ein Vertrauen in die Produkte da ist, dass es sich hier nicht um Greenwashing-Produkte handelt, sondern tatsächlich nachhaltige Produkte im Tourismus.

00:11:39: ,884 [Katharina Muth] Können Sie da ein konkretes Beispiel nennen? Sie haben jetzt gerade die Einheimischen schon angesprochen. Das heißt, ist diese Tourismusinitiative auf die Einheimischen zugegangen, hat, keine Ahnung, einen Abend veranstaltet, gefragt: „Hey, was wollt ihr denn eigentlich?" und das dann gemeinsam entwickelt oder wie läuft das ab?

00:11:54: ,348 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Ja, vielleicht noch mal ganz kurz zum Verständnis, wie die Szenarien entwickelt sind. Bei der Erarbeitung der Szenarien waren wir schon nicht mehr im Elfenbeinturm drin, weil dort haben mehrere Workshops jeweils stattgefunden, egal ob das der Städtetourismus war, der Gesundheitstourismus oder der Wintertourismus, wo in mehreren Sitzungen mit der Praxis gemeinsam- Nachgedacht, entwickelt, äh, und formuliert worden ist. Also da, die Szenarien darf man nicht so verstehen, dass das ein Produkt der Wissenschaft ist und jetzt muss es irgendwie in die Praxis transferiert werden, sondern das ist bereits mit der Praxis entwickelt worden. Und gerade was den Wintertourismus angeht, der in Bayern ja eine hochemotionale Sache ist, die ich als Zugereister gelernt hab, da hat's wirklich sehr kontroverse, sehr lange der Diskussion gegeben und trotzdem ist es gelungen, irgendwie verschiedene Szenarien, auf die sich alle verständigt haben, zu entwickeln. Und dann kommt der zweite Schritt, dass man mit den Destinationen da weiter drüber arbeitet.

00:13:02: ,108 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Wenn ich da noch ergänzen darf, also weil Sie gesagt haben, die Frage ist, wo könnte es hingehen? Also ich kann's von mir aus sagen, wenn ich also Vorträge halte, um diese Szenarien vorzustellen. Das heißt, wir wollen ja Impulse geben, dass sich die Menschen überhaupt mit diesen Szenarien beschäftigen. [atmet tief ein] Ich stell immer die Frage, also: Welche Entwicklung können Sie sich vorstellen? Oder andersrum: Welche möchten Sie nicht für Ihre Destination haben? Und da sind wir jetzt gerade bei diesem, auch bei diesem Thema Wintertourismus, was Jürgen Schmude gerade eben angesprochen hat. [atmet tief ein] Ich mein, was möchten die Leute nicht?

00:13:37: ,288 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Wintertourismus ade. So heißt auch ein Szenario da. Also das heißt, Wintertourismus soll vorbei sein, sondern Wintertourismus ist, Jürgen Schmude hat's angesprochen, ein sehr emotionales Thema einerseits, aber auch ökonomisch natürlich ein ganz, ganz wichtiges Thema. [atmet tief ein] Und, äh, wenn Sie in der glücklichen Lage sind, als Tourismusregion diese zwei Saisonzeiten, nämlich Sommer- und Wintersaison zu haben, ich mein, dann können Sie sich wirklich glücklich schätzen. Aus dem Grunde sollte daran gearbeitet werden, dass, äh, diese Wintersaison auch bestehen bleibt und wir haben da diesen Ansatz des Ganzjahrestourismus. [atmet tief ein] Aber wenn Sie jetzt fragen, also wir fragen bei den Szenarien dann natürlich auch immer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: „Was könnt ihr euch vorstellen? Was ist gewünscht? Was ist schon nah an heute dran?" Und der neue Winter, äh, das heißt, dieser Ganzjahrestourismus und auch klimaneutrale Schneeerlebnisse, die sind als wünschenswerte Szenarien bezeichnet worden, weil dadurch natürlich der, Sie hatten's vorhin gesagt, der Skitourismus dann, äh, weiterhin betrieben werden kann. [atmet tief ein] Und was überhaupt nicht gewollt wurde, das war dieses Szenario „Eingefroren zwischen gestern und heute". Also das heißt dann nach dem Motto: „Es wird schon wieder passen, die paar Jahre kein Schnee, das wird-

00:14:50: ,368 [Katharina Muth] Mhm.

00:14:50: ,868 [Prof. Dr. Alfred Bauer] sich schon wieder regulieren." Also da muss ich auch sagen, es gibt Menschen, wir merken's ja bei unseren Vorträgen, es gibt Menschen, die sagen: „Ich weiß gar nicht, was ihr wollt. Also der Klimawandel, den gab's schon immer." [atmet tief ein] Und ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, also da brauchen Sie dann häufig mit vielen Personen auch nicht mehr weiter zu diskutieren.

00:15:07: ,348 [Katharina Muth] lacht] Dieses typische, wie so in diesem Winter, lag doch super viel Schnee.

00:15:11: ,708 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Ja, das ka-- Ja, und wenn Sie sich dran erinnern, also vor vier Jahren war's auch nicht schlecht. Also das kommt dann noch irgendwo dazu. Also das heißt, mit diesen Dingen wird man wirklich konfrontiert. Und was Jürgen gerade gesagt hat, gerade bei diesem neuen Winter, da ist es jetzt so, wir haben die Szenarien mit der Praxis entwickelt. Ich kann's jetzt nur als Beispiel sagen, man geht dann in diese Praxis hinein, zum Beispiel jetzt in der Region. Es waren Vertreter

00:15:35: ,388 [Prof. Dr. Alfred Bauer] aus dem Allgäu dabei, Vertreterinnen aus dem Allgäu. Die sind dann in ihre Region gegangen, haben dort die Leistungsträger, die Akteure, Seilbahn und, und, und zusammengeholt und gesagt: „Also wie können wir dafür sorgen, dass eben dieser neue Winter wirklich gewährleistet werden kann als Ganzjahrestourismus?" Und sind dann ohne das BCT, muss ich sagen, weil das nicht unsere Aufgabe ist, solche Dinge dann auch zu begleiten. Da gibt's sehr, sehr viele Beraterinnen und Berater, die das, äh, sehr, sehr gut machen und sind in diese Diskussion gekommen, wie sie die Region Allgäu für den Winter winterfit aufstellen wollen. Also das heißt, der Impuls war da, aber die Umsetzung muss dann vor Ort kommen und das geht nur, indem sie alle Leistungsträger mit einbeziehen.

00:16:20: ,428 [Katharina Muth] Und welche Alternativen wurden da dargelegt?

00:16:23: ,848 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Ja, die Alternative war eigentlich gar keine, sondern, äh, das hat sich in der Vergangenheit, zum Beispiel in der Praxis auch gezeigt, als, äh, dann der Schnee, fragen Sie mich jetzt nicht nach dem Jahr, dann doch ausgeblieben ist und später gekommen ist, haben es tatsächlich die Bergbahnen und auch die Dienstleister geschafft, ihre Angebote länger anzubieten. Also Bergbahnen sind länger gelaufen, weil sie oben auf den Höhen noch wunderbar wandern konnten. [atmet tief ein] Das heißt, die, äh, Verleiher von Rädern haben ihr Angebot noch länger aufrechterhalten und so weiter und so fort. Also was auch bei diesem neuen Winter wahnsinnig wichtig ist, das heißt, ich sag's jetzt mal, zentral ist die Aussage: „Schnee kann, Schnee muss nicht." Und ich muss mir bloß klar werden, dass dem so ist. Und ich muss dann auch schnell agil drauf reagieren, wenn jetzt kein Schnee da ist, dass ich eben dann diese Angebote, die ich habe, länger offeriere, um den Gästen was zu geben. Und was eine ganz, ganz wichtige Sache ist, das kam jetzt auch bei allen Diskussionen heraus: Die Kommunikation ist entscheidend. Ich muss dann ehrlich kommunizieren, was ich habe. Und wenn ich keine Schneelandschaft habe, dann muss ich da-- oder keine Skifahrmöglichkeit, dann muss ich das auch in den Bildern und in der Kommunikation nach außen tragen. Sobald es wechselt, muss ich die Kommunikation anpassen. Also das wird eine Herausforderung für die

00:17:41: ,648 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Akteure werden.

00:17:43: ,084 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Eine besondere Schwierigkeit, die dabei existiert, ist, dass es kein Patentrezept gibt, ja. Da werden wir auch oft nachgefragt, ne: „Was empfehlt ihr jetzt den Ski-Destinationen?" Da kann man immer nur sagen: „Also den Ski-Destinationen können wir nichts empfehlen, sondern wir müssen uns jede einzelne Destination anschauen." Und das ist der große Unterschied zur Situation, äh, gegenüber den 1960er, 70er Jahren, als diese Ski-Destinationen alle mal entwickelt worden sind. Die sind quasi gar nicht negativ gemeint – damals ging das – äh, per Kochrezept, äh, entwickelt worden, eine wie die andere, ja. Deshalb sind die auch- Vergleichsweise ähnlich, ja. Aber jetzt dieser Transformationsprozess, den Alfred angesprochen hat, der läuft nicht mehr nach Kochrezept. Der läuft sehr individuell. Da muss jede Destination schauen, was habe ich denn am sogenannten ursprünglichen, am abgeleiteten Angebot? Wo sind meine Stärken? Nicht jede Destination kann jetzt auf, äh, weiß ich, Mountainbike-Tourismus oder Winterwanderer, äh, setzen oder das oder Tagungstourismus. Ja, und das macht die Sache so schwierig, weil es eben dieses Patentrezept, das viele Bürgermeister und Bürgermeisterinnen, äh, oder auch Tourismusverantwortliche gerne hätten, das kann auch das BZT nicht liefern.

00:19:09: ,084 [Katharina Muth] Ja, und vielleicht fehlt es auch ja dann vor Ort manchmal auch so, mm,

00:19:15: ,124 [Katharina Muth] in, dass man dieses Gedankenspiel sozusagen fertig spielt: Was könnte das für uns sein? Weil dieses, wie kommt man weg von dem, das war aber ja schon immer so, hin zu Neuem, oder? Dass da manchmal auch die Akzeptanz einfach nicht so ganz da ist. Weil ich verstehe das ja. Hey, wir haben das jetzt seit fünfzig Jahren auf diesem Punkt aufgebaut. Ich will eigentlich da noch weiter dran festhalten und jetzt, wie Sie sagen, muss ich eine Transformation machen und das ist ja jedes Mal mit Kosten verbunden, mit Anstrengung, mit Arbeit und auch vielleicht mit dem Gedanken, ich weiß ja gar nicht, wie es dann noch mal zwanzig Jahre später ist, oder?

00:19:44: ,404 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Ja, Tourismus ist eine höchst dynamische Branche. Da ist der Klimawandel ein Aspekt, aber wir haben ja auch andere Herausforderungen, das Thema demografischer Wandel, das Thema Sicherheit. Also Tourismus muss immer sich dynamisch auch entwickeln dürfen. Und auf der anderen Seite haben wir natürlich, äh, ein Beharrungsvermögen, nicht nur in Bayern. Das haben wir auch in anderen Branchen. Das, das muss man sagen. Aber ich würde aus meiner Sicht – und Alfred, du kannst mich da gern, äh, korrigieren – sagen, dass die Message, glaube ich, angekommen ist in der Tourismuswirtschaft. Also die wenigsten touristischen Leistungsträger verschließen die Augen und sagen, "Wir machen weiter so". Deshalb ist dieses Winterszenario eingefroren, äh, zwischen gestern und heute auch ein unerwünschtes, äh, Szenario. Die Frage ist halt, wie schnell läuft dieser Transformationsprozess ab? Welche Tiefe hat dieser Transformationsprozess und bekomme ich wirklich alle mit ins Boot? Alfred hat das vorher auch schon gesagt: Ich brauche eigentlich alle touristischen Leistungsträger, um diese Transformation erfolgreich zu bewältigen.

00:20:57: ,864 [Katharina Muth] Und auch die Akzeptanz derer, die sagen, "Ich will aber weiterhin einfach nur Skifahren gehen." Auch die Touristen selbst werden sich ja wahrscheinlich dann ändern, oder?

00:21:05: ,664 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Äh, den Touristen gibt es nicht.

00:21:08: ,024 [Katharina Muth] Nein, ich weiß. Aber ich, zwanzig Jahre, fahre immer, fahre immer nach Bayrischzell zum Skifahren. Ja, geht aber halt dann nicht mehr.

00:21:15: ,084 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Ja, da haben wir ja auch Untersuchungen zu gemacht. Da gibt's verschiedene Typen. Äh, also wir haben durchaus destinationstreue Typen, die werden aber dann zu Activity Switcher, wie das Neudeutsch heißt. Die sagen dann, "Okay, wenn ich nicht Schnee hab, dass ich Ski fahren kann, dann mache ich halt wandern oder Rad fahren oder Wellness." Äh, aber wir haben auch den Typen, Typus des Destination Switcher, der auf Skifahren fixiert ist und der zieht weiter. Der zieht dann auch aus Bayern weiter über die Grenze, falls dort schneesichere Destinationen sind. Und dem ist eigentlich das Skifahren wichtiger als alles andere.

00:21:57: ,724 [Katharina Muth] Mhm. Herr Bauer, wollten Sie dazu noch was sagen?

00:22:00: ,764 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Nein, mir hat es gefallen, wie Sie gerade eben hier, äh, reagiert hatten. Und ich will in zwanzig Jahren dann noch Ski fahren und ich will das. Also es hat jetzt nur noch das Aufstampfen mit dem Fuß gefehlt.

00:22:09: ,424 [Katharina Muth] Ja, das haben Sie nicht gesehen. [lacht]

00:22:12: ,324 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Man hat's gehört. Auch so etwas, solche Reaktionen haben wir in dem Prozess kennenlernen dürfen. So nach dem Motto, "Ich bin schon jetzt seit soundso viel Jahren Ski gefahren. Ich will aber weiter Ski fahren." Und ich muss Ihnen sagen, ja, ist doch toll und wir sind die Letzten, die sagen, du darfst das nicht mehr. Aber man muss sich eben auf Veränderungen einstellen. Weil Sie vorhin gesagt haben, das kostet und das, das kostet Geld, das kostet Kraft, das kostet Zeit. Ja, aber wir reden hier über einen Wirtschaftsfaktor. Also das heißt, es ist nicht nur ein Spaßfaktor, sondern es ist ein Wirtschaftsfaktor. Und wenn der weiterhin florieren soll, muss ich mich halt auch an die veränderten Rahmenbedingungen – Jürgen hat sie alle aufgezählt – dann anpassen und schauen, wie kann es in die Zukunft weitergehen.

00:22:54: ,724 [Katharina Muth] Wenn wir jetzt noch mal auf die anderen Szenarien eingehen, können Sie denn da noch mal kurz herunterbrechen, was dort die, die Ergebnisse waren?

00:23:03: ,904 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Ja, das Gesundheitsthema ist also ein ganz wichtiges, weil wir vorhin auch über die Anwendung in der Praxis gesprochen haben. Also bei den Gesundheitsszenarien waren natürlich sehr viele Expertinnen und Experten aus dem gesundheitstouristischen, aus dem Kur- und Bäderbereich dabei. Und wenn man sich jetzt diese Szenarien anschaut, auch da hat man sieben Szenarien entwickelt.

00:23:26: ,464 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Das Tollste, was ich fand, war das Gesundheitskur-Renaissance-Szenario. Das heißt also, springt alles wieder zurück und ist mal so, wie es vor fünfzig Jahren war. Wir hatten vorhin den Zeitraum mal. Das wird so sicherlich nicht mehr kommen, weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben, weil sich die Sozialleistungen seitens der Politik verändert haben und, und, und. Und da gab's ein

00:23:48: ,796 [Prof. Dr. Alfred Bauer] weiteres Szenario, das Gesundheitsurlaubsszenario. Da geht es darum, dass eine starke Verlagerung des Gesundheitstourismus in den Freizeit- und Tourismusbereich stattfindet. Und, äh, wir haben das dann damals miteinander entwickelt. Es hat eine Zeit lang auch geruht, wenn ich das so sagen darf. Und dann kam der Bayerische Heilbäderverband und hat, äh, diese Marke "Gesundes Bayern" entwickelt und da gesagt: "So, wir müssen etwas tun, damit wir die Menschen überhaupt an dieses Gesundheitsthema wieder ranführen können." Und ich erlaube mir jetzt einfach mal zu sagen, dieses Gesundheitsurlaubsszenario ist auch hier wiederum das Dach und wird jetzt von der Praxis aufgegriffen und, ähm, versucht, dort mit Angeboten zu füllen. Und wir haben dann auch noch 'ne Marktstudie oder eine Umfrage, nicht Marktstudie, eine Umfrage gemacht zu dem Thema, was-

00:24:43: ,556 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Machen die Deutschen gesundheitstouristische Urlaube oder nicht und haben diese Umfrage dann auch mit den Einzelergebnissen in den Kur- und Heilbäderverband eingespeist, haben dort auch einen Workshop begleitet und, äh, jetzt im Moment, muss ich sagen, sind sie also wirklich ganz, ganz dicke dabei, diese gesundheitstouristischen Angebote zu entwickeln, und zwar als Einstieg mit der Maßgabe, diese dann wieder in stärker gesundheitsorientierte Angebote zu überführen. Also da muss ich auch sagen, also da war das Szenario da und wird jetzt in die Praxis transferiert.

00:25:19: ,636 [Katharina Muth] Wenn ich es jetzt aber runterbreche, weil Sie ja auch sagen, okay, die politischen Rahmenbedingungen haben sich geändert. Man, jetzt mal ganz plump gesagt, ja, man bekommt nicht mehr eine sechswöchige Kur verschrieben, wie vielleicht noch vor dreißig Jahren oder vierzig oder fünfzig, sondern ich war mit meiner Familie letztens in Bad Füssing, ja, und da sind ja lauter Thermalbäder und ich fand es aber sehr spannend, weil natürlich waren dort viele, würde ich jetzt mal von außen sagen, typische Kurgäste, auch ältere Personen, aber wir waren, äh, dort mit unserer Familie und inklusive kleiner Tochter und haben auch mehrere Familien gesehen, die gesagt haben, "Mensch, cool, wir fahren jetzt in so einen Ort. Es gibt dort tolle Hotels, tolle Infrastruktur. Unsere Kinder wollen einfach die ganze Zeit in dem warmen Wasser baden." Das fand ich schon sehr spannend, weil das auch dort schon als Urlaub dann einfach wahrgenommen wurde. Man kann dort toll Fahrrad fahren, man kann in die Thermalbäder gehen, dass es einfach so ein Switch auch in diesem Denken stattfindet. Okay, das war eigentlich immer so ein bisschen verrufen als, ach ja, die älteren Leute, eben aber nicht mehr.

00:26:18: ,096 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Also das war, Entschuldigung, Jürgen, das war auch bei dieser Studie, die wir gemacht haben. Wir haben dann gefragt: "Was bringt ihr denn da mit diesem Bereich in Verbindung?" Also das war vor zwanzig Jahren noch, wo das dann geheißen hat, alte, kranke Leute. Das ist überhaupt nicht mehr so angesprochen worden. Und was mich an diese, an der Studie, nicht an Szenario, aber an der Studie am meisten beeindruckt hat, war, dass vor allen Dingen die jungen Leute relativ offen für solche Angebote sind. Und das Einzige, was wir rüberbringen müssen, wir dürfen nicht immer nur mit dem Zeigefinger sagen, das ist gesund, jenes ist gesund.

00:26:51: ,036 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Auf was es ankommt, es muss gesund sein, aber vor allen Dingen, es muss Spaß machen. Und ich glaube, da müssen wir auch in manchen Kurorten und Heilbädern noch daran arbeiten, dass man diesen Spaßbereich etwas stärker in den Vordergrund stellt. Das soll ja die Gesundheitswirkung nicht lindern oder schmälern, aber was will der Mensch? Der will, der Mensch will Spaß, Erholung, Freude haben.

00:27:13: ,916 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Ja, und da muss man eben auch berücksichtigen, dass die Rahmenbedingungen eigentlich für, für diesen Bereich im Tourismus sehr gut sind, ne. Also der, der demografische Wandel, den wir schon mal angesprochen haben, der spielt hier natürlich auch eine Rolle. Aber ein ganz wichtiger weiterer Aspekt ist beispielsweise das Gesundheitsbewusstsein, was viel größer geworden ist. Und was Alfred dort in der Befragung angesprochen hat, war zum Beispiel auch das Ergebnis, dass bei den Jüngeren das Vorbeugen gegen ein Burn-out durchaus ein Treiber sein kann, diese Angebote verstärkt zu konsumieren. Ich glaub, dass die Rahmenbedingungen eigentlich sehr gut sind. Jetzt geht's an die Umsetzung.

00:27:57: ,736 [Katharina Muth] Wenn wir jetzt aber bei dem Digitalen bleiben, auch KI taucht ja in Ihren Szenarien immer wieder auf, von Buchen über die Reisebegleitung bis hin zur Steuerung von Besucherströmen. Wo verändert denn KI das Reisen wirklich grundlegend in Zukunft? Oder wird es weiter nur ein Werkzeug derer sein, die reisen?

00:28:18: ,315 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Also meine persönliche Meinung ist, dass wir um KI nicht drumherum kommen. Wir sollten KI auch nicht verteufeln und es sind einige Prozesse, die sich mit KI sehr gut steuern lassen. Gleichwohl bleibt Tourismus, das mag sich altmodisch anhören, aber ich bin da überzeugt von, Tourismus bleibt Begegnung von Menschen, ja. Und in bestimmten Bereichen wird KI den Menschen eben nicht ersetzen können. Und die touristischen Leistungsträger, die diese Mischung hinbekommen zwischen einer Nutzung von KI zur Prozesssteuerung und dieser Begegnung von Menschen in der Destination im Betrieb, die werden zukünftig zu den Gewinnern gehören.

00:29:04: ,756 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Also auch, äh, da schließe ich mich voll an. Ich meine, KI, wir hatten ja in dem ersten Szenarienprozess den Bereich Machtalgorithmen. Und, äh, Jürgen, wenn du dich erinnerst, also damals haben wir ja noch drüber sinniert: "Ha, was heißt das und wird das gefährlich und, und, und." Und es war dann so ein bisschen damals, das war 2019 wohlgemerkt. Ich glaube, wenn Sie die Diskussion heute führen würden, kämen Sie zu ganz anderen Ergebnissen innerhalb von ein paar Jahren. Und wenn Sie sich das anschauen, wie sich das Such- und Buchungsverhalten durch KI verändert hat, muss man sagen, also die Jüngeren nutzen es deutlich mehr als die Älteren, aber auch noch nicht so überbordend, wie man das teilweise dann dargestellt bekommt. Aber die Älteren haben da wirklich noch Hemmungen, sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen. Aber ohne KI, sind wir mal ganz ehrlich, wird künftig nichts mehr gehen. Das muss ich Ihnen sagen, weil Sie vorhin gesagt hatten, wo reisen wir gerne hin? In Japan, auch in Südamerika hat mir KI so wunderbar geholfen, indem ich gefragt habe: „Wie komme ich vom Hotel dort zur Busstation? Wie komme ich dahin und, und, und?" Und ich muss Ihnen sagen, in den meisten Fällen, Gott sei Dank in den wichtigen, hat die Aussage dann auch gestimmt.

00:30:14: ,956 [Katharina Muth] Das ist das Wichtigste. Aber das kann man ja bei uns genauso nutzen. Also, hey, kannst du mir im Ort, bleiben wir bei Bad Füssing von gerade, raussuchen, wo es heute Nacht noch ein freies Hotel gibt? Also da-dafür kann man es ja auch weiter nutzen. Trotzdem ist so die Frage, Sie haben jetzt gerade gesagt, dass Sie glauben, dass es nicht so sein wird, aber das heißt, 2040 werden wir weiter zwar KI als Werkzeug nutzen, aber nicht unseren kompletten Urlaub davon planen lassen.

00:30:41: ,804 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Also, ja, Planen. Also ich glaub, Planung, die Frage ist, äh, bei der Planung kann das sicherlich herangezogen werden, aber es geht darum, wo KI dann eben diesen menschlichen Kontakt, wie es Jürgen schon gesagt hat, ersetzen kann. Es gibt ganz klare Punkte, was auch die Glaubwürdigkeit angeht, bei denen der Mensch einfach eine höhere Glaubwürdigkeit hat als die KI. Ich mein, dieses Halluzinieren kommt ja nicht von ungefähr. Und, äh, ich glaub also da,

00:31:06: ,764 [Prof. Dr. Alfred Bauer] nee, also im Servicebereich, es wird heute ja so viel über Serviceroboter gesprochen. Es wird an der Rezeption über Roboter gesprochen, die ja in diesem Gesamtbereich dazugehören. Also ich glaub, dass der Mensch noch mit einem Menschen interagieren möchte. Und vielleicht ist da auch ein bisschen die Hoffnung dabei, also weil anders kann ich mir das gar nicht vorstellen.

00:31:29: ,384 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Aber auch da haben wir unterschiedliche Typen, muss, muss man einfach ganz klar sagen. Also die hatten wir aber in der Vergangenheit auch. Also wir hatten den klassischen Reisebürobucher oder die Bucherin, die ins Reisebüro gegangen sind und haben gesagt: „Hey, mach mir was." Und natürlich kann ich heute zu KI sagen: „Hey, mach mir was", und dann mache ich den Urlaub so, wie KI mir das entwickelt. Aber es gibt auch eben den Typus, der sagt: „Nein, ich will auch noch individuell mir was zusammenstellen. Ich bekomme aus dem Freundes-, Bekannten-, Familienkreis bekomme ich Tipps hierfür und dafür." Das ist immer noch der wichtigste Verbreitungskanal, äh, vor Internet, vor KI, vor allem anderen, ja. Also ich bin so ein bisschen gegen diese Schwarz-Weiß-Malerei.

00:32:18: ,924 [Katharina Muth] Absolut, absolut. Aber man, man kann es ja in dem Sinne auch auf der anderen Seite könnte man es ja zum Beispiel nutzen. Also wenn wir jetzt sagen, wir nehmen uns das Thema Overtourism raus. Wenn die KI sagen kann: „Guck mal, wir verzeichnen extrem horrend viele Buchungen in Bad Füssing zu dem Zeitraum, wo du da hinreisen willst. Das wäre eine Alternative", dann könnte sie ja dafür sinnvoll genutzt werden.

00:32:42: ,324 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Ja, und da dürfen wir trotzdem den Menschen nicht außer Acht lassen, ja. Die KI sagt mir: „Du, an der Calan-Küste sind im Augenblick vierhundert Freizeitboote gleichzeitig dort, ja, weil alle das Selfie vor der, vor der Küste machen wollen, ja, und das vierhunderteinste Boot fährt trotzdem dahin." Ja, äh, denen ist-- Dieser Gruppe ist es dann auch wirklich egal, ja. Dieser Tage ging durch die Presse die Schlange vor dem Drehkreuz, äh, Drei Zinnen in den Dolomiten. Ja, also für mich völlig unverständlich. Ich würd sofort umdrehen und sagen: „Ich bin doch nicht bekloppt und stell mich in die Schlange hinten an", aber die Leute stellen sich an. Also den Typus gibt es eben auch.

00:33:25: ,564 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Also wenn ich, wenn ich da sogar ergänzen darf, der, der Typus, wir haben eine Untersuchung seitens der Hochschule Kempten gemacht und, äh, dann wurden solche Hinweise an die Menschen ausgespielt. Und dann hat's geheißen: „Geht da nicht hin, da ist es bumperlvoll." Was haben die Leute gemacht? Die haben gesagt: „Ey, wenn da so viele Menschen dort sind, dann muss es richtig toll sein. Da fahren wir auch hin." Das heißt, sie sind mitten in diesen Stau hineingefahren, die haben keinen Parkplatz gefunden und, und, und. Also aus dem Grund, ich mein, Jürgen hat es vorhin gesagt: Was ist das Interessante am Tourismus? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass wir es mit Menschen zu tun haben. Also der Tourismus ist wahnsinnig komplex, geht auch in sehr viele Lebensbereiche hinein, aber im Mittelpunkt steht der Menschen. Ich muss sagen, das hat mich eigentlich immer an diesem Tourismus gereizt. Und aus dem Grunde, der Mensch bleibt dann doch noch diese Blackbox, die wir vielleicht nie ganz erkennen werden.

00:34:19: ,644 [Katharina Muth] Ja, oder das nächste Ereignis wie Corona, wie Sie jetzt vorhin schon gesagt haben. So, wir wissen ja nicht, was kommt. Das ist ja dann auf der anderen-- Das ist ja auch sehr spannend, worauf wir uns noch einstellen müssen.

00:34:28: ,664 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Und vor allen Dingen nicht nur darauf einstellen. Gut, irgendwas wird wiederkommen, wie es so schön heißt, aber wir müssen uns und aus dem Grund die Szenarien, wir müssen uns im Vorfeld mit irgendeiner Möglichkeit, wie es zukünftig sein könnte, beschäftigen und dann

00:34:42: ,784 [Prof. Dr. Alfred Bauer] kann ich entsprechend reagieren. Und wenn ich einen griechischen Staatsmann, den Perikles, richtig zitieren darf, der hat mal gesagt: „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorherzusagen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein." Und das ist etwas, was wir eigentlich mit diesen Szenarien auch versuchen, den Menschen zu, äh, sagen oder zu zeigen, pass mal auf, das kann sich ganz anders entwickeln, als es heute ist. Und das wäre eine Möglichkeit, das wäre eine Möglichkeit, und wenn die Menschen dafür, allein dafür offen sind, haben wir schon viel erreicht.

00:35:11: ,064 [Katharina Muth] Das wären jetzt eigentlich schöne Abschlussworte, aber eine Frage hätte ich noch, wenn wir auf die Zukunft blicken, weil wir haben es ja jetzt grade schon angesprochen: Die Betriebe in Bayern stehen aber ja immer, also stehen ja vor einer riesen Herausforderung. Sie haben jetzt grade schon gesagt, an der Rezeption sitzen weniger Menschen, weil es digitale Check-ins gibt, weil die Fachkräfte fehlen. Auf der anderen Seite ist diese, sind die Personen an sich nicht unersetzbar, aber viele wollen sie nicht zahlen. Das ist ja-- Also wie kriegt man denn das hin, dass diese ökonomischen Interessen mit den persönlichen Interessen ... Also für mich ist das wie so eine riesen Kluft oder stell nur ich mir das so vor?

00:35:47: ,684 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Also ich glaub, dass die Kluft gar nicht so groß ist. Da ist auch viel Mediengetriebenes dabei. Das ist jetzt keine pauschale Medienschelte, aber wenn wir uns anschauen, wie hoch die Ausgabenbereitschaft der Nachfrageseite fürs Reisen ist. Das Reisen hat längst das Auto als des Deutschen liebstes Kind überholt. Das wissen die wenigsten. Die Ausgabenbereitschaft zum Reisen ist relativ hoch, aber die Erwartungshaltung ist dann auch entsprechend hoch. Das heißt, ich will für mein Geld natürlich auch ein entsprechend hochwertiges Produkt bekommen.

00:36:26: ,084 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Und die Zurückhaltung beim Reisen in, in schwierigen Zeiten, die politische Situation, die wirtschaftliche Situation ist jetzt nicht unbedingt, äh, dazu angetan, großzügig das Geld auszugeben, zeigt aber, dass die Bereitschaft fürs Reisen Geld, äh, auszugeben, relativ hoch ist. Da wird in anderen Bereichen viel eher gespart, beispielsweise beim Ausgehen in Restaurants, ja. Aber auf die Reise wird nicht verzichtet. Die wird vielleicht etwas verkürzt, die wird vielleicht vom Qualitätsniveau von vier Sterne auf drei Sterne reduziert, aber die Reise findet statt.

00:37:07: ,714 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Und das ist eigentlich eine super Voraussetzung für die Branche.

00:37:11: ,474 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Da ist eine hohe Ausgabenbereitschaft auf der einen Seite da, aber auf der anderen Seite muss ich eben auch diese Erwartungshaltung befriedigen, dass der, der Gast dann ein entsprechendes Produkt auch bekommt.

00:37:24: ,354 [Prof. Dr. Alfred Bauer] Und wenn ich da noch ergänzen darf, wichtig ist es da, Bayern natürlich die unterschiedlichen Betriebsarten weiterhin vorhalten zu können. Das heißt, wir haben in der Hotellerie, wir haben Top-Hotellerie im Fünf-Sterne-Bereich, im Vier-Sterne-Bereich, dann eben im Drei-Sterne-Bereich. Wir haben allerdings auch und ich glaube, das macht Bayern aus, wir haben sehr viele Angebote im Ferienwohnungsbereich. Und, äh, Sie hatten vorhin das Thema Tourismusakzeptanz einleitend angesprochen. Also ich persönlich bin davon überzeugt, wir brauchen dieses breite Angebot nicht nur für die Nachfrageseite, sondern auch für die Einheimischen. Denn wenn viele am Tourismus, am Erfolg partizipieren können, dann werden sie dem Tourismus auch positiv gegenüber eingestellt sein. Aus dem Grund ist es tatsächlich auch ganz, ganz wichtig, in den Destinationen dafür zu sorgen, dass diese Ferienwohnungen erhalten bleiben. Ich bin ehrlich gesagt davon überzeugt, wie Kollege Schmude auch, der Bayern-Tourismus hat eine sehr gute Zukunft vor sich.

00:38:23: ,634 [Katharina Muth] Wie wird sozusagen in Zukunft der Tourismus in Bayern? Werden dort mehr auch Bayern sein, die innerhalb von Bayern reisen, weil sie sagen, „Okay, wir wollen jetzt gar nicht mehr irgendwie groß weit wegfliegen"? Oder vielleicht auch aufgrund des Klimas mehr ausländische Touristinnen und Touristen, die extra nach Bayern kommen, weil sie sagen, „Okay, bei euch ist der Sommer angenehmer als bei uns"? Gibt es dazu Studien, wie eben zum Beispiel 2040 – ich weiß, dass es den und die Touristen nicht gibt, das haben Sie ja schon gesagt –, aber wie sich dort die, würde ich mal sagen, die Abnehmer ändern oder bleiben?

00:38:58: ,994 [Prof. Dr. Alfred Bauer] So, das heißt, wir beschäftigen uns ja auch im Bayerischen Zentrum für Tourismus mit der nachwachsenden Generation, dieser Gen C. Also das heißt, häufig werden sie ja noch gesehen vor dem Hintergrund Arbeitskräfte und wie kann man sie in die Branche ziehen? Also wir gehen einen Schritt weiter und sagen, das ist eigentlich die Kundschaft von morgen und von übermorgen. Wie ticken die? Und aus dem Grunde versuchen wir immer bei unseren Untersuchungen, zum Beispiel auf Urlaub in Bayern, diese Gen C gesondert darzustellen. Und wenn man sich das anschaut, so groß sind die Abweichungen auch von den älteren Generationen dabei gar nicht. Aber als Sie das gesagt haben, also wir haben bei der letzten Umfrage 2023 war das, äh, Urlaub in Bayern, gefragt: Was sind Gründe für einen Urlaub in Bayern? Und da stand ganz, ganz oben an: Gute Erreichbarkeit mit dem Auto. Wenn Sie sich jetzt die Statistiken anschauen, wo die Gäste in Bayern herkommen, dann muss man sagen, sie kommen vor allen Dingen aus Bayern. Also das heißt, diese Südschiene, gerade im Allgäu, Kempten liegt ja da mittendrin, also gerade im Allgäu spielt das eine ganz, ganz große Rolle. Das heißt, Baden-Württemberg und Bayern sind die Quellgebiete fürs Allgäu. Und, äh, wenn Sie sich das auf der bayerischen Ebene anschauen, also auch da muss man sagen, ist der bayerische Urlauber ein ganz, ganz wichtiger. Also das heißt, interessanterweise, wir hatten vorhin gesagt, wo wir gerne Urlaub machen. Es war alles im Ausland, aber sehr viele Einheimische machen in ihrem eigenen Bundesland Urlaub und da glaube ich, da wird sich auch künftig nicht so arg viel dran ändern.

00:40:29: ,274 [Prof. Dr. Jürgen Schmude] Ja, und wir wissen aus anderen Untersuchungen, die gar nicht vom BZT gemacht worden sind, aber es gibt ja auch andere gute, seriöse Untersuchungen, dass, äh, beispielsweise die Mobilitätspreise ein Treiber für sogenannte erdgebundene Reisen sind. Also es wird aufs Fliegen, äh, eher verzichtet. Es wird innerhalb von Europa, es wird innerhalb von Deutschland gereist, gerade was die Zweit- und Drittreise angeht, äh, die mittlerweile ja schon fast für einen Teil der Bevölkerung Standard geworden ist. Und ich glaube, da muss man sich in Bayern keine Sorgen machen, dass die Nachfrage nach Urlaub in Bayern irgendwie einbrechen könnte. Dem ist ganz sicher nicht so. Was wir brauchen, ist ein attraktives Ganzjahresangebot für ganz unterschiedliche Touristengruppen. Und das haben wir in Bayern. Also wenn man sich anschaut, das geht ja nicht nur Gesundheitstourismus oder Skitourismus, den wir hier vertieft diskutiert haben. Das ist der Städtetourismus, der boomt. Das ist das Radelfahren, äh, im Urlaub, das boomt. Also ich glaube, da ist Bayern sehr, sehr gut aufgestellt.

00:41:42: ,374 [Katharina Muth] Ich danke Ihnen beiden ganz, ganz herzlich für diese spannenden Einblicke in den Tourismus der Zukunft. Ja, und in der kommenden Folge Zukunft made in Bavaria wagen wir uns in die Welt der Roboter und stellen uns die Frage, welche Funktionen Roboter in der Industrie übernehmen können und wodurch Innovation ein weiterer Effizienz- und Präzisionsgewinn möglich ist. Ich freue mich, wenn Sie dabei sind.

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